Archiv für 6. Mai 2007

Altos del Cochiguaz (Valle Elqui)

Donnerstag früh um acht ging es los.. Ich nahm den Bus nach Monte Grande ins Valle Elqui (das Tal, wo der leckere Pisco Sour hergestellt wird…), der allerdings anstatt wie angenommen einer glatt mal zwei Stunden benötigte. Mein “Termin” zum Ausritt in die Anden war eigentlich um 9 Uhr. Hm… das haute wohl nicht hin. Vor allem weil es von Monte Grande (Endstation des Busverkehrs) nochmal gute 18km bis zu Antonio Pintos Haus in Altos del Cochiguaz waren. :) Supi! Nagut, also ging ich wie von meinem Hostel beschrieben die Strasse nach Cochiguaz hinauf und nachdem nach ca. 3km bergauf-gelatsche nur zwei Autos in die falsche Richtung (bergab) an mir vorbei gekommen waren und ich die Hoffnung auf eine Mitfahrgelegenheit fast aufgegeben hatte, kam endlich ein Auto die Straße hinauf. Yuchuu, gerettet zumindest für die nächsten 10km! Dann war der gute Mann zu Hause und ich durfte weiter zu Fuß meinen Weg verfolgen. (Es gab ja auch nur einen Weg! Eine einzige Straße, die ganze Zeit mehr oder weniger ansteigend das Tal hinauf, entlang des Río Cochiguaz.) Gefühlte Ewigkeiten später und nachdem ich mich zwei- bis dreimal bei Leuten die ich unterwegs traf, erkundigt hatte, ob es diesen “Antonio” wiklich gibt und ob ich noch auf dem richtigen Weg sei, hatte ich tatsächlich irgendwann gegen 13 Uhr mein Ziel erreicht und wurde herzlichst von der ganzen Familie Pinto empfangen. Sie waren schon ein bißchen besorgt, wo ich denn sei und hatten schon dreimal mit dem Hostel telefoniert.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen (Es hat selten soooo lecker geschmeckt!), wurde ich eingeladen den Tag zu genießen (Disfruta!) und über Nacht bei der Familie im Haus zu schlafen, damit wir dann am nächsten morgen frisch die Pferde satteln könnten. Gesagt, getan. So konnte ich noch zuschauen wie Antonio und Clausio ein junges Pferd zugeritten haben und der kleine Umberto (8 Jahre, Antonios Sohn) hat mir dann den Garten gezeigt. Wir haben ein paar Äpfel gepflückt, ich durfte die süßen Trauben für den Pisco probieren und später haben wir noch Fußball gespielt: Umberto mit seinem Kumpel gegen mich. Auf ca. 1500m Höhe… schnauf. Klingt nicht sehr hoch, aber man merkt’s! Hi hi… Hab leider 8:10 verloren. :( Nach einer kleinen “Proberunde” auf Lolito, “meinem” Pferdchen, gab es leckeres Abendessen: Spaghetti mit Ziegen-Bolognese. Mhhhh… Superlecker, miami! Es haben sich wirklich alle ganz nett um mich gekümmert und ich hab mich schon fast adoptiert gefühlt. Einen Hund gab es auch!!! El Martín, ein hübscher Schäferhund. Schlafen durfte ich im Zimmer der Schwester von Marcela (Antonios Frau), die in La Serena studiert und dort während der Woche wohl auch wohnt. Abends haben wir zusammen Fehrnsehen geguckt und die kleine Romina (12 Monate) hat alle auf Trab gehalten. Ach ja und vorm Abendbrot haben Clausio und ich den Nachbarn noch geholfen ein paar weibliche Ziegen in das Gehege vom Bock zu treiben. Hi hi hi..
Clausio y “Pferd” (hab den Namen vergessen… gusto, gaucho, gucho??) Antonio fängt Pferde… Umberto Valle Elqui (mit Weinreben im Vordergrund)
pilotas de futból Tortillas ……………………………………………………………. Tonio ;)

Freitag morgen wurden draußen überm Feuer frische Tortillas gebacken und dann ging’s endlich los. Hoppe hoppe Reiter, wenn er fällt dann schreit er… aber sie ist nicht gefallen! :) Der Weg bis zur Lagune “Zeppo” hat ca. 5 Stunden gedauert. Der sogenannte Weg ist mehr oder weniger nur ein Ziegenpfad, aber sehr sehr schön! Links und rechts gibt’s nur Berge und Steine und Felsen und Berge und Felsen und Steine und …. Es sieht fantastisch aus, aber man sieht weder Mensch noch Tier, außer ein paar Ziegen und ab und an mal eine Kuh. Lolito und ich haben uns gut verstanden und ich würde sagen, wir waren von Anfang an AMIGOS! Nach ca. 3 Stunden haben wir eine kleine Rast am Fluss gemacht und die Pferde durften ein bißchen grasen - auf dem einzigen grünen Fleckchen, dass es dort zu geben scheint. Rundum gibt es sonst nur trockene Sträucher und Sand.
little Winnetou (hier noch mit kleinem Topfhut gegen die Bergsonne!) jetzt mit richtigem Cowboyhut! :) Pause am Fluss Lina “on the rocks” el Martn
El Zeppo: die Lagune! Angekommen und mit leichten O-Beinen, haben wir die Pferde “entladen” und unter größten Anstrengungen das Zelt am “Strand von el Zeppo” aufgebaut. Das Zelt war noch richtig schön schwer aus so gewachstem Stoff, ähnlich wie Burburry-Jacken, nur doppelt so dick, mindestens. Schließlich muss es ja auch den Krallen eines Puma standhalten… Aber von wegen den Pumas, dafür war ja “el Martín” mit! Der ist so knuffig! Nachdem das Zelt stand, ging’s ans Feuerholz sammeln. Die “Machos”, unsere drei Pferdchen (zwei zum Reiten und ein Packpferd) grasten derweil gemütlich rund um die Lagune. Zum Abendessen gab’s Reste von den Spaghetti und Brot mit Käse uuuund natürlich Pisco Sour!
unser Lasten-Macho “badet” erstmal… el Zeppo! unser Lager Que bastante! Al fuego con Pisco Sour. otra vez al fuego..
Morgens waren die Pfützen an der Lagune gefroren!! Brrrr, aber dank dem Michelin-Männchen-Prinzip (Ich hatte so ziemlich alles an, was ich mit hatte.) habe ich nachts nicht gefroren. Beim Frühstücksfeuer hab ich allerdings ein bißchen meine Wimpern angekokelt… ich saß noch ein bißchen nah an der Glut und habe Holz nachgelegt und dann kam eine kleine Windboe. Grrrmm… war aber nich schlimm, hat nur plötzlich etwas gebrutzelt oben links. :) Während mein Companerio noch im Zelt lag (war wohl kein Frühaufsteher!) hab ich Lolito wieder eingesammelt, der hatte sich nämlich von seiner “Fressleine” befreit und graste auf so nem Hügel rum. Dann bin ich mit Martino ein bißchen um die Lagune rumgewandert und habe die Felsen gegenüber erkundet. Dort gab es ein paar schöne Klettereien, aber da der treue Martín mir überall hin gefolgt ist und schon anfing zu fiepen, weil er auf irgendwelchen steilen Felsen rumgekrepelt ist wo er nicht mehr runter kam und mir quasi in die Arme springen wollte, sind wir umgekehrt, haben zwei Kühe verjagt und noch ein bißchen Feuerholz gesammelt.
Später hat Clausio (mi companero) mir noch die kleinen Wasserfälle gezeigt und dann sind wir im Sauseschritt zurück geritten, denn es ging ja diesmal bergab! Lolito hat gezeigt wasin ihm steckt und im flachen Teil sind wir sogar ein bißchen gallopiert! Das war toll!!! Endlich Winnetou spielen!!!
a las cascadas (Wasserfälle) Lina a la roca die Pose kennen wir ja schon.. (aus Sachsen) Zeppo otra vez en la manana (ich finde hier das ~ nicht….) al campo de Zeppo vuelto (auf dem Rückweg)
Ca. 10 Minuten nachdem wir wieder zu Hause waren, hat es angefangen zu regnen. Gutes Timing! Ich durfte noch eine weitere Nacht bleiben und wir haben einen Western auf Spanisch geguckt. Marcela hat übrigens am gleichen Tag Geburtstag wie ich, haben wir festgestellt. Zum Abendbrot gab es überm Feuer gegrilltes Hähnchen. Yummi!!! Ich glaube, ich habe meine chilenische Lieblingsfamilie gefunden! Ohhh und die Zitronen dort sind soooooooooo lecker!!! Nur Walnuß groß, aber “muy rico”! Eine Tasse heißes Wasser mit Zitrone und Zucker am Lagerfeuer… yam yam yam! Da wird man warm und bleibt gesund!

Huiui… sooo viel Text! Ich hoffe, ich habe euch nicht überfordert, aber es war einfach superschön dort in den Bergen! Heute Nacht bleibe ich noch in La Serena, weil der Bus nach Valparaíso ausgebucht ist. Also fahre ich erst morgen früh und dann gibt’s eine Woche Spanischunterricht. … tzzz

Hasta Luego


~ Wolfssocke ~

estoy en casa.. en mi estupido pais. :) hace frio aqui, brrrr. extrano mucho la playa en Vina del Mar!!! Y más hecho de menos "mi buque" y mis amigis. :( Quizas volveré en las vacaciones de Navidad! Surpresa... vamos a ver

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