Brrrr, es wird immer kälter! Nachts friert’s nun schon! Pfui! Mittwoch und Donnerstag hatte ich zwei freie Tage, weil ich das lange Wochenende davor gearbeitet habe. Pfingsten gibt es hier auch, aber keine Pfingstferien. Leider hat mich natürlich exactamente Dienstagabend eine Grippe erwischt. Mittwochfrüh bin ich zwar trotzdem nach Rancagua gefahren, konnte aber außer Schokolade kaufen (sehr wichtig! :D) nicht viel machen, weil ich so kraftlos war. Eigentlich wollte ich die alte Kupfermine “El Teniente” besichtigen. Que pena! Quiza otra vez. Mittags habe ich dann beschlossen „schnell“ zurück zur Hazienda zu fahren und mich ins Bett zu legen, da ich mich nur noch von Parkbank zu Parkbank geschleppt habe, doofe Kopfschmerzen und Schüttelfrost hatte. Vergessen hatte ich dabei allerdings, dass es das Wort „rapido“ hier in Südamerika eigentlich gar nicht existiert… Zuerst musste ich eine Stunde auf meinen Zug warten, dann bin ich 40 Minuten mit dem Zug bis nach Pelequen gefahren (ein Ticket kostet hier übrigens für die Strecke von ca. 60km nur 70cent!) Aber es gibt auch nur eine einzige Zugstrecke in Zentralchile: entweder man Fährt Richtung Norden oder Richtung Süden, einfache Auswahl! Und in Pelequen ist der Hund verfroren! Es gibt nur drei Busse am Tag, die zur Hacienda fahren und der nächste wäre erst in 3,5 Stunden gekommen. Also hab ich mich ein Weilchen ausgeruht und versuchsweise ein paar der anderen Busse angehalten und gefragt, ob sie nicht Lust haben mich zur Hazienda zu fahren - hatten sie leider nicht! Grmpf! Dann bin ich gelaufen. Es ist eigentlich nicht sonderlich weit, ca. 3km bis zu der Landstrase die zur Hazienda raus führt. Allerdings war ich ja sowiso schon platt und im Auto übersieht man schnell wie lang die Strecken zwischen den Kurven wirklich sind. Vor jeder Kurve dachte ich, DAS ist die letzte… nein, war es nicht! Das waren bestimmt nochmal 4km. Da hab ich mir Ingrata herbeigewünscht!
Norf…
Donnerstag habe ich hauptsächlich geschlafen und Tee getrunken. Und ich habe das Hörspiel „Im Namen der Rose“ angehört, das war furchtbar spannend und ich musste mich ganz oft gruseln, wenn die Mönche da im Edificio in der geheimnisvollen Bibliothek rumgespukt sind oder ständig neue Leichen gefunden haben. Schnatter…
Jetzt geht es mir wieder besser. Übermorgen ist ja auch schon wieder Sonntag, da kann ich gaaanz viel schlafen! Rescansando… muy bien! Yupp yupp yupp!
Heute wurde ich Jonathan (was für ein chilenischer Name… hi hi. Erinnert mich irgendwie an Alfred Judokus Quak. Lol…) als Assistentin zur Seite gestellt. Jonathan verwaltet die sogennanten „bodegas“, d.h. vermutlich sowas wie Vorratskammern. Hab ich noch nicht nachgeschlagen, aber liegt nahe. Wir haben heute tausende von Listen ausgefüllt und das neu eingetroffene Obst und Gemüse registriert, Einkaufslisten geschrieben und Weinpräsente eingepackt. An einem der Weinkeller war übrigens das Schloss kaputt. Sah aus wie aufgebrochen, aber keiner wusste warum und gefehlt hat wohl auch nichts. Hm, vielleicht ist es im Laufe der Jahrhunderte durchgerostet! Ha ha.. Nachmittags haben wir ein witziges Zahlendiktat veranstaltet und ich besitze nun meine persönliche Telefonliste für sämtliche Einkaufsläden und Lieferanten der Umgegend (sogar vom San Fernando Archipel, wo die besten und teuersten Langusten gefangen werden). Das beängstigende ist allerdings, dass ich (HILFE!!) dort nächste Woche überall anrufen und Sachen bestellen soll! Ich weiß ja nich, ob das eine gute Idee ist. Ihhhh… wer weiß wieviel Tonnen Klopapier hier dann angeliefert werden. (Das ist nämlich gerade ausgegangen.) Mio mio… Ich bin gespannt. Mal abgesehen davon, dass ich erstmal die Gänseleber vom Rinderbein unterscheiden lernen muss – worttechnisch gesehen natürlich!
Ahhh und gleich den nächsten Schrecken haben sie mir eingejagt, als Jonathan erzählt hat, dass er nächsten Freitag für 15 Tage in den Urlaub fährt! Dann versteck ich mich ab Donnertagabend am besten im Heuhaufen! Alleine blick ich da nicht durch, durch den Listenkram! Ne ne ne. Jonathan hat einen lustigen braunen Golden Retriever, hat irgendwie nen kleinen Farbtouch. Der heißt ‚Happy’, wird hier aber wie ‚Chappi’ ausgesprochen.
Gestern ward übrigens der Chefkoch gefeuert. Heute war er allerdings wieder da. Die sind sich da grad wohl nicht so einig, die Herrschaften. Ich geh mir jetzt auch sicherheitshalber etwas zum Abendbrot organisieren bevor plötzlich die Küche geschlossen wird…
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Bis denn dann!
Eigentlich muss ich noch ganz viel von den Pferdchen berichten, aber ich hoffe ja, dass ich da schnell wieder zum arbeiten hin kann. Dann gibt es neue Pferdeinfos! Lina, die Tierbändigerin! hi hi
