Holladiho!
Eine weitere Woche ist (fast) verstrichen und ich gewöhne mich so langsam an meine neue Arbeit. Es hat Vorteile wie Nachteile, wobei die Nachteile wahrscheinlich eher andere Leute betreffen und nicht mich. Wie zum Beispiel verwechslungen von Fisch und Waschmittel oder so…
Ganz so schlimm ist es inzwischen nicht mehr! Es sind auch ungefähr nur 5000 neue Vokabeln - schön geordnet auf 5000 Karteikarten, als wär es zum lernen gemacht. Ich werde das mal fotografieren bei Gelegenheit. Vorteile der Bodega sind, dass ich bei dem seit heut Nacht eingesetzten Dauerregen schön im Trockenen sitze uuuund Radio hören kann. Sehr fein! Ich hoffe, nur ich behalte alle wichtigen Dinge im Kopf, die ständig nachbestellt werden müssen wie Salz, Mehl, Eier, Käse, Schinken etc… “Sin sal el hotel cerra!”, meinte Yonattan heut.
So schlimm wird’s schon nicht werden, hoffe ich. Morgen bin ich den ersten Tag ganz allein in der Bodega. Spannend! Freie Bahn für Marziiipaaaaan! Leider ist Nancy, die Sekretärin dann auch nicht mehr da. Somit wird eh das Chaos ausbrechen im Büro auch ohne mein Zutun.
Aber ich muss viel Spanisch sprechen in der Bodega, das ist hervorragend. Vor allem die grausigen Telefongespräche mit den Lieferanten. Gestern war ich zur Abwechslung zu Besuch in einer chilenischen Schule. Dort war “English Day” und deswegen musste ich mich auf Englisch vorstellen und Fragen beantworten. No es ni problema! War witzig! Außer mir gab es noch zwei Austauschschülerinnen aus den USA, einen Sachsenbengel (lol- das ist schon ein eigener Schlag!) und einen kleinen Finnenburschi. Die waren zwar alle viel jünger als ich aber ist ja wurst. Die erste Frage war natürlich gleich, ob wir die chilenischen Jungen/Mädchen hübsch finden und ob wir schon vergeben sind. Wie das halt so ist.. hi hi Insgesamt war die Atmosphäre sehr locker und angenehm und die Schüler etwas scheu mit ihren Fargen, weil sie ja englisch reden mussten und die Lehrerriege im Nacken hatten. Vor der allgemeinen Fragestunde in der Bibliothek, wurden wir mit Kaffee und Kuchen bedient und es war wie ein kleines Schulfest. Und das Beste daran: als Dankeschön habe ich eine ganze komplette tolle leckere Tafel Mandelschoki bekommen!!! Yuppii! ![]()
Auf dem Rückweg bin ich mit der Senora Maria Elena nach Pelequen zum Bahnhof gefahren, wo Sie in den Zug nach Santiago gestiegen ist. Ich durfte ihr Auto zurück zur Hazienda fahren. Kaum zwei Minuten später hat mich die Polizei angehalten, weil ich zwei Stoppschilder “gemütlich” überfahren habe. Grummel… die sind aber auch so klein hier! Immerhin sind sie auch rot und achteckig.. grins. Ähem, ja und weil ich nicht eingeplant hatte, dass ich an dem Tag Autofahren sollte, hatte ich natürlich weder Ausweis noch Führerschein noch Geld dabei (nur Schokolade, aber die geb ich niiiiiemals her!). Auf dem Hinweg hatte mir die Senora noch gesagt, ich soll einfach sagen, ich spreche kein Spanisch, wenn ich angehalten werde, aber dazu war ich zu feige und hab leider auch zu gut verstanden, was der nette grüne Mensch zu mir gesagt hat. Ich hab dann aber in meinem schlechtesten Spanisch erklärt, dass ich kaum Spanisch spreche und gefragt ob er nicht Englisch mit mir reden könne. Konnt er natürlich nicht. Hi hi.. Von da an habe ich nur noch fragend angeschaut (mit dem schönsten Lächeln natürlich!) und gesagt, dass ich ihn nicht verstehe. Und so bin ich mit einem blauen Auge davon gekommen! Glück gehabt! Ja, ja… so war das. Auf der Weiterfahrt hab ich mich nur noch gefreut. Grins
Heute findet ein Fussballspiel zwischen dem Hotel und den Carabineros statt. Wie passend. Zum Glück regnet’s, da kann ich unauffällig meine Kapuze ganz tief ins Gesicht ziehen. Grins… nich das sie mich noch nachträglich zur Rechenschaft ziehen.
Samstag nach der Arbeit fahre ich Nancy besuchen. Wir wollen Pizza backen und ausgehen (glaub ich). Ich würde gerne “Fluch der Karibik III” sehen, aber das könnte man ja auch Sonntag noch machen. Mal sehen was passiert. Am 10.Juni treffe ich hoffentlich eine alte Schulfreundin von mir (Ewa) in Santiago. Die düst schon seit ‘nem guten dreiviertel Jahr hier in Südamerika ‘rum und studiert jetzt gerade irgendwo in Brasilien? Ja hm Rio war’s, oder? Verdammt, ich werd mir das nie merken.
Auf zum Fussballspiel…
(wenn ich mich in vier Tagen nicht wieder gemeldet habe, wurde ich festgenommen…
)
Sehr schön, das alles! Ich hab laut gelacht! Du musst ja nicht unbedingt in Südamerika noch unseren Fahrstil praktizieren. Versuch’s doch mal mit lateinamerikanischer Gelassenheit

Und was den Bürokram betrifft: Chaos ist die kreativere Ordnung! Ich bin schon gespannt, was noch so alles passieren wird
Auf jeden Fall wird’s nicht langweilig!
Übrigens: Das “Latin American Spanish Phrasebook” von Lonely Planet ist unterwegs zu dir, falls es denn ankommt.
Da kannst’e dann auch auf Spanisch fluchen