Hola! Buenas días! Como estais?
…Ich bin seit Montag auf der Hazienda Los Lingues südlich von Santiago in der Nähe von dem Ort San Fernando und hab mich schon ganz gut eingelebt. Der Montag (mein Ankunftstag) war ziemlich unspektakulär - mit Ausnahme des Taxifahrers, der mich von der Bushaltestelle hierher gefahren hat: Erstmal hat es eine Ewigkeit gedauert bis ich das Txi organisiert hatte, weil mein Handy irgendwie nicht durchgekommen ist. Aber zum Glück waren da ja der nette Luis, ein Schrankenwärter an der Schnellstrasse, und Marco, ein Süßigkeitenverkäufer an der Schnellstraße, die haben mir über alle möglichen Umwege geholfen ein Taxi - das einzige, was es hier wohl zu geben scheint! - zu organisieren. Ich glaube, Luis hat sogar mal bei der Polizie angerufen, weil seine Handykarte alle war und das die einzige Nummer ist, die man kostenfrei wählen kann.. hi hi. Schließlich hat er dann einen der Autofahrer, der seine Schranke passieren wollte, dazu bewogen mit dessen Handy das Taxi zu rufen. Sind eben alles sehr hilfsbereite Menschen hier.
Nagut soviel wollte ich gar nicht zum Taxi schreiben, aber wo ich jetzt schonmal dabei bin, muss ich auch noch weiter erzählen: Also das Taxi kam endlich zu mir und meiner gottverlassen Bushaltestelle.. und es war ein wunder, dass der Mann überhaupt noch Auto fahren konnte. Ich schätze ihn auf über achtzig und dementsprechend war er auch die Langsamkeit in Person. Ich glaub, über den zweiten Gang sind wir nicht hinaus gekommen - auch auf der Panamericana nicht, aber die ist ja zum Glück nicht so stark befahren..
Angekommen bin ich also gut! Nun zu meinem derzeitigen Tagesablauf: Ich stehe morgens so gegen 7 Uhr auf und gehe in die Küche zum frühstücken. Dann um 8 Uhr geht’s los: 7 Pferde “putzen”, ausmisten, frische “Betten” verteilen ~ Stroh/Heu, Futter verteilen, noch mehr Futter für noch mehr Pferde in einem Choral… Das geht so bis um 12 Uhr, dann kommt die gnädige Mittagspause. Ab in die Küche!! Sehr leckeres Essen gibts hier übrigens. Bisher hatte ich solche Dinge wie Spaghetti Bolognese oder Hähnchenschenkel mit Reis und Gemüse, Obstsalat, Kuchen, Brötchen mit Avocado, Käse oder Schinken etc.
In der Küche ist es außerdem immer am lustigsten.. Ich glaube, dort wird gelästert ohne Ende. Noch ein bißchen zu schnell, als das ich alles verstehen würde, aber die Küche ist definitiv auch der Ort, wo ich am meisten Spanisch lerne. Alle fragen mich ständig irgendwas, gerne auch alle gleichzeitig… Ahhh! Das Essen ist immer sehr gesellig und es sammeln sich dort die verschiedensten Angestellten vom Manager bis zur Putzfrau.
So, nun war ich aber eigentlich bei den Pferden. Am Nachmittag ab 14 Uhr kommt nämlich der interessante Teil: Lina aprendaba galopar! Wenn die Pferde gesattelt sind, reiten Nelson und ich als erstes ins Rodeo-Choral… Hier wurde mir gestern gleich als erstes das Gallopieren beigebracht - was auch sonst!!! Hi hi.. sehr spaßig. Ich hab einen dicken blauen Fleck am Oberschenkel, wahrscheinlich weil ich anfangs wie ein Hampelmann auf dem Pferd rumgehopst bin.
Ja, ja, lacht ihr nur! Meine zweite Übung war dann, das Pferd, dessen Namen ich ständig vergesse, irgendwas mit “I” am Anfang, danach verstehe ich immer nur Genuschel. Also die zweite Übung war das Pferd aus vollem Gallopogus zu stoppen. Klappt mal mehr mal weniger - hängt glaub ich noch mehr vom Willen des Pferdes ab als von mir. Nach dem “Rodeo” sind wir dann noch ne Weile über das Gelände der Hazienda geritten und da kam der “Flow”!!! Ich habe den Rhythmus des Pferdes gefunden und kann jetzt galoppieren!!! Yuppiduu! Ich persönlich finde ja auch geradeaus gallopieren viel einfacher als im Kreis… Meinem Pferd macht das wohl auch mehr Spaß. Wir haben gleich ein kleines Wettrennen mit Nelson aufgenommen.. tarab tarab tarab. Natürlich waren wir immer eine Nasenlänge voraus!
Heute war das Programm ähnlich. Allerdings habe ich unglaublichen Muskelkater überall. Und eigentlich wollten wir nach dem Rumgehoppel auf der Landstrasse nochmal ins Rodeo-Choral, aber mein Pferd war anderer Meinung und hat meine “inputs” ignoriert. (Vielleicht hatte es auch Muskelkater…) Es wollte nicht umdrehen (weil wir waren schon an der Einfahrt zum Choral vorbei) und ist stattdessen rückwärtsgelaufen!!! Da uns das beiden (dem Pferd und mir) auf die Dauer nicht gefiel und ich nicht ein wirkliches Rodeo erleben wollte, musste ich mich dem Willen des Pferdes beugen. Grummel.. Nelson meinte, das wird besser, wenn es mich länger kennt. Ich glaube, momentan betrachtet es mich einfach noch als Touristen!

Brrr… hier sind es jetzt (abends) circa 3°! Mucho frío! Tagsüber hat heute die Sonne geschienen und es war angenehm draußen, wenn man arbeitet wird einem eh nich kalt und außerdem pupsen die Pferde so oft, da kann es gar nicht kalt werden! Oh und ich habe bis jetzt ein hübsches Zimmerchen, welches mit zum Hotel gehört, aber in einem extra Pavillon untergebracht ist. Eigentlich hieß es, ich solle nochmal umziehen, aber momentan spricht da keiner mehr von. Mir soll’s recht sein. Heute beim Mittagessen wurde ich Don Germán Claro persönlich vorgestellt. Das ist der “Alte Herr” hier. Alles nette Menschen! Ach ja und der Küchenchef Roberto ist heute aus dem Urlaub zurückgekommen. Jetzt soll ich ihm jeden tag ein paar deustche Wörter beibringen.. hi hi In der Küche hängt auch so ein Board, wo immer das aktuelle Menü aufgeschrieben wird. Das ist unsere “Schultafel”!

Brrrr… mir wird hier kalt im Büro. ich glaub, der Ofen ist ausgegangen. Ich schau jetzt nochmal in der Küche vorbei. Vielleicht gibt’s noch irgendeinen leckeren Nachtisch… miam miam Und in der Küche ist es immer am wärmsten, weil der große Herd den ganzen Tag a ist! “Wie bei Mutti…” fühlt man sich da. 