Los Lingues - Carabineros 11:8
Nach der sensationellen Begegnung der beiden regionalen Teams wurde noch in gemütlicher Runde ein Tee eingenommen. Hier in Chile heißt die Teatime “Las Onces”, was darauf zurückzuführen ist, dass früher die feinen Damen einen Tee mit Schuss getrunken haben (vermutlich auch morgens um 11Uhr) und dies natürlich etwas vertuschen wollten. Das Wort ‘aguardiente’ (Likör oder ähnliches) hat 11 Buchstaben, also “la once”! Es gibt noch zahlreiche andere Erklärungen, aber die möchte ich nicht weiter aufführen.
Typischerweise ersetzt hier “Las Onces” oft das Abendbrot und man isst kleine Pancecillos (Brötchen) mit Palta (Avocado), ein bißchen Käse und Butter, vielleicht noch Kuchen und dazu trinkt man Tee oder Kaffee. Bei “La once completa” gibt’s auch noch Jugo (Saft) und Galletas (Kekse). =) Der Kuchen wird hier oft warmgemacht. Sehr lecker! Und Kaffee ist normalerweise Nescafe. Frischen Bohnenkaffee findet man im ganzen Land eher selten.
Ich glaub, ich sollte öfter mal kleine “Wissenstexte” einfügen. Ihr sollt ja auch was lernen.
Gerade lese ich nämlich wieder in dem Buch “Unterwegs in einem schmalen Land” von Sarah Wheeler, einer englischen Journalistin, die Anfang der Neunziger einmal von Norden nach Süden durch Chile gereist ist. Das Buch bringt mich oft zum lachen und manchmal birgt es reine Deja Vus, wenn die Frau Orte beschreibt, wo ich auch schon war oder von Begegnungen und Eindrücken erzählt, die mir in ähnlicherweise wiederfahren sind. Noch dazu gibt’s immer viele, aber nicht zu viele interessante Informationen zur Geschichte, zu Personen, gebäuden, Bräuchen etc. …
Wusstet ihr zum Beispiel, dass Chile nur 20 Millionen Einwohner hat und mehr als dreiviertel davon in der Region Metropolitania rund um Santiago leben? Da bleiben dann noch ca. 1500km “Einöde” sowohl Richtung Norden als auch Richtung Süden! ![]()
