Verdammt! Ich hatte so einen schönen Text und dann hab ich aus Versehen alles gelöscht… das ist echt ein sch*** Montag heute! RRRRrrrr also nochmal:
Auf dem nächsten Bild sieht man einen Jungen, der mit seinem Pferd die Lehmpampe umrührt aus der Ziegelsteine gebrannt werden. Das ist sozusagen noch echt “Hufarbeit”!
Am Wochenende habe ich Nancy (39) und ihren Sohn Daniel (12) in San Vincente besucht. Samtsag abend haben wir ein Bierchen getrunken und die Familie ihrer Schwester besucht. Sonntag nach dem Frühstück haben wir uns auf die Räder geschwungen und sind zu einem Hügelchen geradelt. Dort sind wir dann hochgekrabbelt und haben die Aussicht auf das Bergpanorama genossen. Für mich bestand die Schwierigkeit allerdings eher in der Fortbewegung auf dem Fahrrad, als in der Erklimmung des Berges. Ihr könnt euch das ungefähr so vorstellen, als wäre ich auf einem Dreirad gefahren. Die sind alle sooooo klein hier die Menschen und dementsprechend auch die Fahrräder. Yappo, später haben wir gekocht und “the Queen” geschaut. Ein lustiger Film besonders in original ‘british english’. Sonntag um 22 Uhr war ich zurück auf der Hazienda und hab mich auf mein Bettchen gefreut, das von dem kleinen Schaf gut bewacht wurde.
Und heute, war ein ganz schrecklicher Montag! Allein in der Bodega und überhäuft mit Arbeit. Zuerst zwei Dina-A4 Seiten Zeugs für die Küche zusammenkramen (nachdem man sie in tausend Kühl- und Vorratsschränken gesucht hat) und hinschaffen, dann zusammentragen, was bestellt werden muss. Zwischendurch Vokabeln nachschlagen, am Telefon verzweifeln, dann das gleiche Spiel für die Wäscherei. Nebenbei die Info entgegen nehmen, dass die Gastanks alle sind, Telefonnummern und Rechnungen suchen und weiter im Büro verzweifeln. Ein halbes Stündchen Mittagessen und dann endlich anfangen jedes Teil einzeln in die Karteikarten einzutragen… Horrible!!! Plötzlich war es 17 Uhr und ich war immer noch nicht fertig, aber es hat nicht mehr lange gedauert. „Nur noch“ alles zusammenrechnen. Heute gingen über 200 Euro für die Küche drauf. Unter anderm gab es Fasan für neuangekommene Gäste. Ein so’n „Hühnchen“ kostet 6000 Pesos ~ nicht ganz 10 €. Morgen muss ich mal die richtigen Hühnchen zählen. Ich glaube nämlich, dass ich da auch ein paar Keulen nachbestellen muss, sowie Hühnerbrust und Schweinefilet. Puh… Nervtötend die ganze Zettelwirtschaft! Was denken die sich eigentlich dabei mir das Wohl der ganzen Hazienda in die Hände zu legen??? Ohne Gas = keine Heizung, ohne Gemüse, Obst, Filet, Zunge, Fasan und Wachteln = kein Menü, ohne Hühnchen und Reis = kein Essen fürs Personal, ohne Mehl, Butter, Eier, Zucker = kein Brot und kein Kuchen, ohne Waschmittel = alles dreckig, ohne Klopapier = (das lassen wir aus), ohne Besen = ganz viel Herbst überall … usw. Die spinnen doch alle! Yappo!
Die schönen Seiten der Bodega sind diese: wenn ich mich gerade mit den tollen Karteikarten beschäftige und zuweilen meinen Blick zur linken Seite schweifen lasse, sehe ich das hier und manchmal laufen da auch die Pfauen rum:
Mein Weg zur Küche, den ich täglich mit einer komischen roten Karre (wie eine Getränkekarre, hab grad vergessen wie man das auf Deutsch nennt; in Spanisch heißt es „llegua“ oder so ähnlich) durch einen kleinen Orangenhain hindurch, bestreite, birgt einige Gefahren. Am ersten Tag mit Yonattan habe ich auf dem Weg zur Küche gleich einen Unfall gebaut und mir ist die Kiste voller Obst von der Karre gekippt. Lol… Da kullerten die Zitronen durch den Dreck. Jetzt fahre ich etwas „gefühlvoller“ um die Kurve. Minifahrer sind halt eine stabile Strassenlage in jeglichen Kurven gewöhnt..:
Seitdem es Donnerstag Bindfäden geregnet hat, haben wir hier ein wunderschönes Bergpanorama mit schneeweißen Spitzen. Und in wolkenfreien Nächten, kann ich die Milchstrasse sehen! Voll toll! Hab ich schonmal von den Eukalyptusbäumen geschrieben? Davon gibt es hier ganz viele und wenn man die kleinen runden Früchte sammelt und auf den Ofen legt, duftet’s ganz doll.
Bei meiner Fahrradtour letzten Sonntag saßen in einem von den Bäumen ganz viele Pelikane. Witzige Vögel. In den Anden gibt es auch Condore, hoffentlich sehe ich mal einen und im Süden bei Puerto Montt laufen viele Hirsche rum! Ich freu mich schon auf die Seenlandschaft, die Insel Chiloe und natürlich auf Patagonien. Das wird bestimmt schööön!
Ah und es gibt übrigens doch noch sowas wie ein Postcode für die Hazienda, aber ich glaube, deine Briefe kommen trotzdem an Mama. Die vollständige Adresse lautet also wie folgt:
Hacienda Los Lingues
c/o Lina Peuckert „chefe de la Bodega“ !!
Casilla #320
Sixta Región de Libertador Bernardo O’Higgins
San Fernando
Chile

