Seit zwei Tagen befinde ich mich in Pucón, einem kleinen Dorf am Südufer des Lago Villarica (176 km²) und sehr nah an dem aktivsten Vulkan Chiles: Vulcano Villarica, 2840 m.s.n.m. (metros sobre nivel mar)! Die Stadt Pucon erinnert vom Flair her ein wenig an Kanada. Sie liegt in der Region Araucanía und ist die Heimat der Mapuche-Indianer, die hier fleißig gegen die Spanier gekämpft haben. Noch heute gibt es einige einheimische Dörfer und auch eine eigene Sprache (Mapudungun) wurde bewahrt.
Nach dem regnerischen Lese- und Laptoparbeitstag gestern, habe ich heute einen kleinen Ausflug in eine Lavahöhle am Fusse des Vulkan Villarica gemacht. Diese Höhle ist schon 2000 Jahre alt und entstand durch einen Lavastrom. Man muss sich das vorstellen wie bei einem Pudding, wenn die Oberfläche hart wird (die Puddinghaut) und da drunter noch alles weich ist und im Falle von heißem Lava weiter bergab fließt. In der Höhle sieht man deutlich die Fließstrukturen von dem erkalteten Lava und in einem Teil der schlauchigen Höhle sieht es aus als wäre alles mit Schokolade überzogen! Hmmm…. lecker.
Der Zugang zu der Höhle erfordert eine kleine Schneewanderung von ca. 1 Stunde und dann geht man (zumindest im Winter) durch meterhohe Schneegänge nochmal ca. 5 min bis zum Eingang der Höhle. Die Schneegänge haben nicht nur hohe Wände, sondern geben auch noch nach unten nach, wenn man eine weiche Stelle erwischt! Man konnte durchaus bis zum Oberschenkel durchbrechen. Wahnsinn, diese Schneemassen!
Der Eingang der Höhle ist mit hübschen Eiszapfen behangen und auch auf dem Boden ist viel blankes Eis zu finden, was den Zugang etwas rutschig gemacht hat. Ansonsten ist es trotz der kleinen Lampen ziemlich dunkel in der Höhle, aber dafür nicht so kalt wie draußen.
