Morgens um 6:30 Uhr war Treffpunkt bei Politur. Dort wurde die Ausrüstung verteilt und bis dann alle mit Sack und Pack im us waren ist auch ein gutes Weilchen vergangen. Schon ganz kribbelig sind wir dann endlich um 8:30 oben an der Cafeteria im Skigebiert gewesen und haben von dort die Tour gestartet.
Zuerst sind wir links rüber gelaufen und unter einem ausgestellten Lift eine eisige Piste hochgestapft. Nach gut einer Stunde waren wir am Lifthaus oben angekommen und haben die erste Rast eingelegt. Man kommt wirklich nur erschreckend langsam voran. Alles sieht so nah aus, aber in Schnee und Eis will jeder Schritt gut gesetzt sein, da ein Sturz unter Umständen nach einer langen Rutschpartie unten im Tal endet.
Unsere Ausrüstung bestand aus wind- und wasserabweisender Kleidung sowie Schneemanschetten für die Waden, feste Wanderschuhe, Helm, Trekkingstöcke, Eispickel, Sonnenbrille, Sunblocker und ein Rucksack mit Proviant, Wasser, Steigeisen, Fotoapparat und Reservekleidung.
Nach der eisigen und recht steilen Piste wurde es etwas angenehmer zu laufen, da wir nun ein (morgens noch) hartgefrorenes Schneefeld durchquerten bis zur sogenannten “Capilla” eine alte Liftstation, dessen Anlage beim letzten Vulkanausbruch 1971 von einer Schlammlawine zerstört wurde. Gelaufen wurde grundsätzlich im Gänsemarsch mit einem Guide vorne und einem hinten. Unser Weg führte in beständigen Zick-Zacklinien bergauf.
Von der Kapilla sind wir weitere 1,5 Stunden gelaufen bis zu einer angedeuteten flacheren Stelle, wo die nächste Rast eingelegt wurde. An dem Tag war es sehr warm, da kaum Wind ging und die Sonne uns erbarmungslos den ganzen Tag auf den Pelz geschienen hat. Am Vortag beispielsweise waren es mit viel Wind und nicht ganz so gutem Wetter schätzungsweise knackige -15°! Wir hatten auf einer Höhe von 2200m ca. 1,6°C.
Von der Raststation sah es gar nicht mehr so weit aus, aber das lag an einem fiesen Vorsprung der die Sicht auf die große erst flach dann zum Krater hin steil ansteigende Ebene verbarg. Grmpf.. als Jorge uns mitteilte, dass noch gute 2,5 Stunden Weg vor uns liegen, haben wir glaub ich alle ein bißchen doof geguckt. Wobei ich sagen muss, dass ich von mir selbst ein bißchen überrascht war, weil ich mich zu keinem Zeitpunkt besonders erschöpft gefühlt habe. Vermutlich lag das aber auch an dem sehr moderaten Tempo mit dem wir wortwörtlich Schritt für Schritt den Schnee raufgestapft sind. Ich glaube ohne Gruppe wäre ich ungeduldiger und schneller gewesen, hätte dafür aber wohl auch einen ordentlichen Muskelkater, der jetzt nicht da ist.
So haben wir uns immer weiter und weiter durch den Schnee den berg hinauf gearbeitet und brauchten glücklicherweise unsere Steigeisen nicht anschnallen. Oben gab es zwar noch ein etwas eisiges steiles Stück, aber Jorge hat mit seinem Pickel ein paar kleine Stufen für uns reingehauen.
Um 14:30 uhr in etwa haben wir dann den Krater gestürmt! Yuppi… leider ist das Loch so groß und tief, dass man nicht richtig reingucken kann, wenn man nicht riskieren will mit ‘nem Schneebrett in der Lava zu verschwinden. Aber wenn wir alle ganz still gelauscht haben, hat man manchmal ein leises rumblubsen gehört. Im Sommer ist der Vulkan wohl etwas aktiver und man sieht öfter wie die Lava hochspritzt oder rumblubbert.
Bergab war dann das zweite Highlight eines superexcellenten Tages. Wir sind mit dem Eispickel als Bremse den fast den ganzen Vulkan auf dem Hosenboden runter geslidet! Superlustig! Gibt zwar nen nassen Hintern, aber wann rutscht man schon mal einem Vulkan den Buckel runter! Die “normale” Technik wäre gewesen in gerader Linie den mittlerweile von der Sonne aufgeweichten Tiefschnee runterzustapfen. Geht auch sehr gut, ist aber langsamer und anstregender.
Zurück in Pucon haben wir dann alle noch ein “Bier-Opfer” für den Vulkan getätigt! Super Tag!
