Archiv für 12. September 2007

San Pedro de Atacama

Ankunft in San Pedro (noch am 10.09.07): nach 5 Stunden Wüste linkes Fenster, Wüste rechtes Fenster sind wir um 18:30 Uhr in der kleinen Wüstenstadt angekommen. Vom Bus aus sah man nur ein paar Bäume und Lehmhütten und wir hegten schon ernsthafte Gedanken gleich wieder Kehrt zu machen, aber es kommt ja auf die inneren Werte an..

San Pedro de Atacama… wie leergefegt (Seitenstrasse) die Oase San Pedro… mehr is da nicht! Grit in Pukará moi Wieviel Hosen und T-Shirts passen übereinander?

Unser Hostal Sonchek ist in der mütterlichen Hand einer Slowenin, die mit einem Chilenen verheiratet ist und es gibt ein vorzügliches Cafe mit den leckersten Pankeques (gefüllt mit frischem Obst und Yoghurt) in der ganzen Wüste!  Mit einem netten „zu Hause“ und einer herausragenden Spaghetti Bolognese in Kombination mit einem kalten Kunstmann („das gute Bier“) haben wir den Montag ausklingen lassen und sind ausgeruht in den nächsten Tag gestartet:

Die erste Dienstags-Aufgabe war einen Geldautomaten (cajero automatico) zu finden, denn es gibt hier nur einen einzigen und laut Lonley Planet gab’s auch schon Zeiten, wo es gar keinen gab. Bzzzzzt biep flapp, mit „efectivo“ in der Tasche haben wir uns auf zu „Cactus Tour“ gemacht und ganz touristisch die nächsten drei Tage verplant.
Nachmittags sind wir auf eigene Faust zu den Ruinen von Pukará de Quito gelaufen, welches eine der letzten Festungen der Ureinwohner (Inkas?) im Widerstand gegen Pedro de Valdivia und die Spanier gewesen ist. Auf dem Hinweg konnten wir praktischerweise mit einem Pickup trampen, obwohl es auch nur 3km Schotterstrasse zu laufen gewesen wären. In der Wüste nimmt man was man kriegen kann. Dann sind wir ca. 3 Stunden in den Hügeln von Quito rumgekraxelt und haben die unglaubliche Landschaft hier bestaunt. Es sieht aus wie auf dem Mars! Siehe Bilder…

Grit und Lina mitten in der Nacht bei -8 Grad Celsius in El Tatio! Lina im Geysirenebel… surfing safari…

Mittwoch ~ HEUTE ~ sind wir um 4:15 Uhr von dem Cactus Tour Bus abgeholt worden und ca. 2 Stunden ins Altiplano hochgefahren zu den Geysiren „El Tatio“. Warum so früh? Weil die Geysire nur dampfen bzw. man den Wasserdampf nur sehen kann, wenn die Luft noch kalt genug ist. (Deshalb kann man auch im Skiurlaub seinen eigenen Atem sehen und im Sommer am Badestrand nicht! Ich find, ich sollte einen Bericht für die „Sendung mit der Maus“ schreiben.) Bei frischen -8°C schwand die letzte Müdigkeit auch schnell und so sind wir zwischen den Dampfsäulen herumspaziert und haben an den kleinen Dämpfen ab und zu die Finger wieder aufgetaut. Schon witzig wie das Wasser da beihnahe kochend heiß (85°C) in Fontänen aus der Erde blubbert. Manche Geysire erzeugen richtige Wasserfontänen, andere blubseln nur so vor sich hin oder haben gar kein sichtbares Wasser und es dampft einfach nur die Erde. Nach einem kleinen Frühstück mit Kuchen, Sandwich, Kaffe oder Kakao (die Milchtüte wurde einfach in ein Geysireloch gestellt zum aufkochen) sind wir ein kleines Stück weiter gefahren und haben lustige Tiere wie Vicuñas und Piscaras beobachtet. (Piscaras sehen aus wie Kaninchen mit einem Eichhörnchenschwanz und hüpfen lustig durch die Gegend.) Danach gab’s ein kurzes Bad zum Aufwärmen in den heißen Quellen, wobei man nicht jede Quelle empfehlen kann: An einem der größeren Wasserlöcher standen zwei Wächter, weil dort wohl schon öfter Leute unfreiwillig reingefallen und verbrüht sind (85°!!!). Nicht gesund!

dampf dampf el Tatio! Früuuuuuhstück!! Mhhhhhhh! ab ins warme Wasser… draussen weht eisiger Wind hüpf hüpf kleine Grit, spring!!

Auf dem Rückweg nach San Pedro haben wir noch etliche Fotostopps eingelegt, um Lamas oder die lustigen Riesenrallen zu fotografieren. An dem Fluss mit den Riesenrallen (großes Blesshuhn mit unglaublich großen roten Füßen) gab es außerdem noch die plumpen Andengänse und die seltenen „Patos Puna“ mit dem blauen Schnabel zu sehen! Mit dem Background-Wissen meines chilenischen Vogelbuches (und der Vorschule in Peru!!) fand ich das natürlich ganz fantastisch! „Puna“ oder „Altiplano“ nennt man die Ebenen zwischen 3500-5000 m.s.n.m., wo nur einige Gräser, Kräuter und Moose wachsen. Viele Tiere die man hier sieht, leben vorzugweise nur in dieser Höhe und kommen anscheinend auch mit der extremen Kälte nachts gut klar.

die rennende Riesemralle! geile Viecher! eine Andengans Vicuña Piscacha

Zum Schluss der Tour sind wir in den „Bosque de Cactus“ gefahren und hier eine Stunde lang an einem kleinen Flüsschen durch eine wunderschöne Schlucht gewandert. Die Sonne hat nach wie vor geballert und es war eine Freude immer mal wieder in den Schatten (la sombra – wichtige neue Wüstenvokabel!) der Felswände einzutauchen. Gleich zu Beginn hat unser Guide Benjamin (gesprochen Ben-chamin) unter einem flachen Stein eine grellrotgepunktete Eidechse und einen Mini-Skorpion aufgedeckt. Igitt! Danach sind wir nur noch Kaktussen begegnet! Diese riesen Stachelstrünke wachsen nur 1cm pro Jahr und stehen hier aber in der Größe von 1-5m rum! 1m = 100 Jahre!!! Das Kaktusholz wird manchmal auch zum Bauen verwendet, ist aber eher trocken und porös. Die Kirche in San Pedro hat beispielsweise ein Dach aus Kaktus!

Llama mit bunten Zotteln, damit sein besitzer es wiedererkennt. la puna Ey hömma, du alte Ralle!!! Skorpion und Eidechse el bosque de cactus zwei fräulein stehn im walde…

San Pedro de Atacama liegt auf 2450m und die Geysire El Tatio liegen in etwa bei 4200m. Der höchste Punkt unserer Tour heute waren 4600m überm Meeresspiegel! Ein sehr schönes Höhentraining! Ich war das erste Mal auf über 4000m kraulen (in dem Thermalbad bei den Geysiren) und im Vergleich zu meinem ersten Aufenthalt in dieser Höhenlage (in Peru) war es diesmal absolut angenehm. Anscheinend kann sich mein Körper nun schon schneller aklimatisieren. Ich mag die Hochebenen und bin fasziniert von der einzigartigen Fauna und Flora in dieser Höhe! Ach ja und die lustigen Vicuñas (laufen wie Giraffen) kacken immer an die gleiche Stelle hat man uns heute erzählt! Wenn man also so ´nen Autoreifen-großen schwarzen Fleck sieht, lieber drumherum laufen! :D

Morgen geht es in den „Salar de Atacama“ in das „Reserva Nacional Los Flamencos“. Heute haben wir auch schon drei Flamencos gesehen, aber morgen treffen wir bestimmt ganze Horden von den pinken Vögeln! Das gibt wieder nen ganzen Tag die Sonne auf den Detz… schwitz.

PS: Internet ist rar, langsam und teuer in der Wüste, daher müsst ihr euch ein wenig gedulden… es gibt tausend schöne Fotos. Despacio! :) Hasta luego! :)


~ Wolfssocke ~

estoy en casa.. en mi estupido pais. :) hace frio aqui, brrrr. extrano mucho la playa en Vina del Mar!!! Y más hecho de menos "mi buque" y mis amigis. :( Quizas volveré en las vacaciones de Navidad! Surpresa... vamos a ver

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