13/09/07 Donnerstag – San Pedro de Atacama
Touri-Programm Nummer 2: Heute ging es „erst“ um 6 Uhr morgens los, zum Besuch des „Salar de Atacama“ mit Flamenco-Beobachtung und Frühstück in der Salzwüste. Die Laguna Chaxa ist mit 2300m der tiefste Punkt in dieser Ebene und deshalb sammelt sich dort aus den Gebirgen ringsrum das Wasser. Der Regen spült Mineralien und Salz aus den Gesteinen und durch die Hitze verdunstet dann das Oberflächenwasser wodurch die kristallenen Strukturen des Salars entstehen. Unterhalb dieser „Salzkruste“ sammelt sich das Wasser und an manchen Stellen wie in der Lagune Chaxa bilden sich kleine Seen.
Nur durch diese versalzenen Wasserpfützen können die Flamencos und die anderen Vogelarten hier überleben. Es gibt drei Flamencoarten: den chilenischen, den großen und den James-Flamenco. Die chilenischen Flamencos haben einen rosa Hintern, wogegen die andern beiden Arten einen schwarzen Bürzel haben. Dann gibt’s noch Unterschiede in Bein-, Schnabel- und Augenfarbe, aber das erspar ich Euch an dieser Stelle.
Die Küken werden mit weißen Daunen geboren und erst durch die Ernährung mit den Krill-fressenden Schrimps, welche große Mengen Beta-Carotin enthalten (Hattu ma Möhrchen?), bekommen die Federn ihre rosa Farbe! Flamencos legen drei Eier im Jahr, wovon aber nur eins befruchtet und ausgebrütet wird. Die ärgsten Feinde sind Eierdiebe wie der „Zorro“ (Fuchs) und die „Gaviota Andina“ (Andenmöwe).
Nach dem Frühstück sind wir wieder hoch hinauf zu den Lagunen Miscanti und Miñique auf 4300m gefahren. Es wehte ein eisiger Wind und heute wollte sich die Sonne auch nicht so richtig blicken lassen. Die Lagunen werden besiedelt von der „schwammhaften Ente ohne Schwanz“ („Blanquillos“) und einer seltenen Ausgabe der lustigen schwarzen Riesenrallen mit Ponyfrisur („Tagua cornuda“). An der zweiten Laguna ist gerade Brutzeit, weshalb wir die Taguas nur mit dem Fernglas beobachten durften wie sie auf ihren Inselnestern herumspazieren oder die Andenmöwen am Strand langjagen. Lustig war, dass wir (Grit, Benjamin, unser Busfahrer und ein Brutwächter) uns kurzweilig darüber gestritten haben, ob da ein Mensch am Ufer rumkrebst oder ob es eine Ralle ist…? Und es war eine Tagua!!! Die sind einfach unglaublich groß die Vögel! Hi hi..
Weitere animalische Highlights waren ein „Zorro culpeo“ (Wüstenfuchs), die seltene „Pato juarjual“ mit eckigem Kopf und Pferdeschwanz, sowie der niedliche „Chorlo de la Puna“, ein „Playero de Baird“ und „Caití“ (eine Bachstelze mit Krummschnabel). Yuppi!!
Nach kurzem Trekking in der „Quebrada de Jérez“ in einem Canyon (wo man auch klettern kann), gab es ein vorzügliches Mittagessen in Socaire, einer kleinen Wüstenoase. Zum Schluss haben wir noch in Toconao, einem anderen Dorf, gehalten, dass eigentlich für seine tolle Fruchtoase bekannt ist, die wir aber nicht gesehen haben. Dafür durften wir das aus Kaktusholz angefertigte Kirchendach bestaunen… oooohhh ahhhh toll! Die Kirche wurd auch glatt nochmal frisch gestrichen von innen, denn bald sind ja schon die „días patrias“!!!