2007_11_01 Navimag Nordroute

Navimag, die zweite, diesmal auf einem größeren Schiff, der „Evangelistas“, (Hauptsaison hat angefangen) und in die entgegengesetzte Richtung, nach Norden. Mit einem kleinem überschaulichen Grüppchen von ca. 40 Passagieren sind wir in Puerto Natales in See gestochen und in die mystischen Kanäle und Fjorde Nordpatagoniens heineingeglitten. Bei von Wolken grau verhangenem Himmel haben wir am Freitagmorgen einen Ausflug in die Bucht des Gletscher „El Brujo“ gemacht und uns von den tollen Farben des „Hexers“ verzaubern lassen.
Nach der kleinen extra Runde ging es zurück auf unsere eigentliche Fahrlinie und am Samstag wurden wir mit einem Sonnentag und hervorragendem Wetter (kaum Wind und Wellengang) belohnt. Bei 3 von max 12 Beaufort und einem Wellengang von weniger als einem Meter konnte ich diesmal endlich die schönen Albatrosse fotografieren!! Einmal sind wir an drei kleinen Fischerbooten vorbeigefahren und dort war Albatross- und Petrel-Hochbetrieb!! Supergeil! Die großen Vögel nutzen die Winde hinter und um das Schiff herum, um Kraft zu sparen und am Abend sind die riesigen schwarzen Petrels immer von hinten an das Schiff ran und dann seitlich vorbei bis hoch übers Deck aufgestiegen. Ich hab das Spektakel eine Weile auf Deck genossen und konnte mich quasi von Angesicht zu Angesicht mit den majestätischen Vögeln unterhalten. Die sind so groß wie ich, wenn ich meine Arme aufspanne! Faszinierend! Seht ihr den kleinen “normalgroßen” Vogel auf einem der Bilder??? Irre im Vergleich zu den Albatrossen!!!
Am dritten abend gab es natürlich das obligatorische, beste und einzigartige Patagonien-Bingo und die After-Bingo-Party. Und wie üblich in diesen Breitengraden hat die Natur noch einen drauf gesetzt und einen wahnsinns Sternenhimmel über das Boot gespannt – mit Sternschnuppen!!! Wie soll man sich da nicht in dieses Land verlieben?? Am ersten tag an Land hatte ich sogar schon Wellengang-entzugserscheinungen: abends hat mich keiner mehr in den Schlaf geschaukelt. War ganz komisch.
Naja, Wellen hin oder her, ich bin wieder in Pucon und wohne gerade bei Edgar und Anke. Anke ist aus Köln und arbeitet hier als Physiotherapeutin (und stellt ein superleckeres Müsli her, dass ganz schnell süchtig macht!!!). Edgar arbeitet im Turismus und baut sich gerade ein neues Unternehmen auf. Ich unterstütze ihn ein wenig mit meinen Fotos und er hilft mir bei meinen Reise- bzw. Arbeitstechnischen Organisationskram. Sehr lustig sind immer die gegenseitige Sprachkunde: “Wurst” ist beispielsweise ein Wort, dass den Chilenen einen Knoten in die Zunge macht! Hi hi und mein neues zufällig entdecktes Wort aus dem PONS ist “Buschbohne”! Was bitte ist das? (Frage ist an die Biologen unter euch gerichtet.)
